Für den SV Werder Bremen II war die Ausgangslage vor dem Auswärtsspiel bei der SG Achim/Baden V klar: Es war das Spiel der Spiele.

Intern war die Bedeutung der Partie unmissverständlich ausgerufen worden, denn nur mit einem Sieg hätte sich Werder die theoretische Chance auf den Aufstieg bewahren können. Entsprechend groß war die Spannung vor dem Anpfiff – und entsprechend bitter fühlt sich dieses 27:27 am Ende an.
Dabei begann Werder konzentriert und mit der nötigen Entschlossenheit. Die Mannschaft fand gut in die Partie, setzte offensive Akzente und erarbeitete sich eine 15:13-Halbzeitführung. Gegen einen erwartet starken Achimer Gegner zeigte Werder über weite Strecken genau die Leistung, die in so einem Schlüsselspiel nötig ist: Einsatz, Wille und die Überzeugung, unbedingt gewinnen zu wollen.

Auch nach der Pause blieb die Begegnung umkämpft. Achim/Baden hielt dagegen, doch Werder stemmte sich mit aller Kraft gegen den drohenden Rückschlag. In der entscheidenden Phase schien der große Auswärtssieg dann zum Greifen nah: Beim Stand von 27:24 hatte Werder gleich viermal die Chance, mit einem weiteren Treffer den Deckel draufzumachen.

Am Ende nahm unser Coach, Tamim Rahabi, zum günstigsten Zeitpunkt nochmals eine Auszeit und wir legten einen Spielzug fest. Doch ausgerechnet in diesem Moment wollte der Ball einfach nicht mehr ins Tor.
Es war einer dieser Abende, an denen man das Gefühl hatte, dass irgendeine höhere Macht etwas gegen den eigenen Erfolg hatte.
So blieb Achim/Baden im Spiel, kam noch einmal zurück und glich kurz vor Schluss zum 27:27 aus.

Das ist aus Werder Sicht natürlich extrem ärgerlich, weil die Mannschaft das Spiel in der Hand hatte und der Sieg bereits ganz nah war. Gerade mit Blick auf die Tabellensituation schmerzt dieser verpasste doppelte Punktgewinn besonders.
Trotzdem darf bei aller Enttäuschung nicht untergehen, dass sich Werder bei einem starken Gegner auswärts einen Punkt erarbeitet und bewahrt hat. Die Mannschaft hat sich in einem Spiel mit hoher Bedeutung voll rein geworfen und bis zum Schluss alles investiert. Auch wenn die Linie des Schiedsrichters phasenweise etwas einseitig wirkte, lag das Remis am Ende nicht daran. Ausschlaggebend war vielmehr, dass Werder die Chancen zur Entscheidung nicht nutzen konnte.
So bleibt ein Punkt, der einerseits Respekt verdient, weil er in Achim erst einmal geholt werden muss, sich andererseits aber fast wie eine Niederlage anfühlt. Denn in diesem Spiel war mehr drin – und Werder wusste das.
