Mit einem 32:32-Unentschieden bei der HSG Stuhr II hat sich der SV Werder Bremen II am Sonntagnachmittag einen Punkt gesichert, der sich am Ende eher wie ein gewonnener als wie ein verlorener anfühlte.

Zur Pause lagen die Bremer noch mit 14:17 hinten, kämpften sich nach einem zwischenzeitlich deutlicheren Rückstand aber stark zurück und nahmen am Ende verdient etwas Zählbares mit.
Dabei begann die Partie aus Werder-Sicht durchaus ordentlich. Vor allem im Tor setzte Michael Albrecht früh ein Ausrufezeichen: Die ersten beiden Siebenmeter der Gastgeber blieben ohne Torerfolg, danach wechselte Stuhr sogar den Werfer.
Trotzdem fanden die Hausherren nach und nach besser ins Spiel, drehten die Partie und setzten sich bis zur Halbzeit ein wenig ab.
Der Spielverlauf zeigt gut, wie eng es zunächst zuging, ehe Stuhr sich nach dem 10:10 etwas Luft verschaffte und mit einer 17:14-Führung in die Kabine ging.
Zweite Halbzeit
Nach dem Seitenwechsel wurde es zunächst noch schwieriger. Als Stuhr in der 44. Minute auf 26:21 stellte, sah es kurz so aus, als könnte das Spiel in Richtung der Gastgeber kippen.
Werder blieb jedoch ruhig, arbeitete sich Tor um Tor heran und glich beim 27:27 wieder aus.
In der Schlussphase wurde es dann richtig dramatisch: Stuhr führte gut zwei Minuten vor Schluss noch mit 32:30, ehe Werder erst auf 31:32 verkürzte und schließlich eine Minute vor dem Ende zum 32:32 ausglich.
Dass in den letzten 20 Sekunden sogar noch der Ballbesitz zum möglichen Siegtreffer da war, unterstreicht nur, warum sich dieses Remis am Ende wie ein gewonnener Punkt anfühlte — auch wenn der Lucky Punch ausblieb.
Offensiv trugen vor allem Helge Hommers mit neun Treffern und Romain Lux mit acht Toren die Bremer Angriffe, dazu steuerten Lenz Albrecht vier Treffer und weitere Mitspieler wichtige Tore in den entscheidenden Phasen bei.
Im Tor teilten sich Michael Albrecht und Joscha Eilers die Einsatzzeit exakt halbiert und kassierten jeweils 16 Gegentore — eine bemerkenswert saubere Punktlandung, die gut zu einem insgesamt kämpferischen Auftritt der Gäste passte.



Eine kuriose Randnotiz lieferte zudem der Spielberichtsbogen:
Dort wurde versehentlich Christoph Meyer anstelle von Michael Albrecht eingetragen. Sogar eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe in der 54. Minute lief deshalb offiziell auf Meyer, obwohl Michael Albrecht tatsächlich anwesend war und weiterspielte; im offiziellen Bogen ist die Strafe entsprechend bei Werder unter „Meyer, Christoph“ vermerkt.
Fast sinnbildlich für diesen etwas besonderen Nachmittag war auch die defekte Anzeigetafel in Stuhr, sodass Tore und Spielstand nur per Laptop und nuScore dokumentiert werden konnten.

Tor vor Spielbeginn?!
Ein Wunder der Technik
Unterm Strich bleibt für Werder ein emotional wichtiger Auswärtspunkt: Nach Rückstand, improvisierten Rahmenbedingungen und einer hektischen Schlussphase zeigte die Mannschaft Moral und nahm am Ende ein 32:32 mit, das sich definitiv nach mehr als nur einem einfachen Remis anfühlte.
