Hätte man mich im Vorfeld gefragt, hätte ich gesagt:
„Die putzen wir heute weg. Ich lasse einfach keine Bälle rein.“
So ein bisschen hat sich diese einfache Strategie ja auch beim EM-Spiel Dänemark : Portugal bewährt.
Pommes Hens meinte als Kommentator des Spiels: „Na ja gut, die Dänen machen schöne Tore, aber so lange die Portugiesen immer wieder eins hinterher werfen, werden sie die Führung nicht abgeben.“
Meine Vermutung, dass es darauf hinausläuft, lag an 12 Ibuprofen 600 in 48h.
Nach so einer Krankheitsphase bin ich immer heiß.
Aber nun zum Spielbericht.
Ein paar Spieler des SV Werder Bremen II waren schon lange vor Beginn in der Halle Hemelinger Straße.
Es fand vorher das Five-a-side Training statt und auch daran beteiligen wir uns aktiv, um auch in hohem Alter den Ball nicht ruhen lassen zu müssen.
Der Plan für diesen Samstag sah also Handball, Handball und nochmals Handball vor:
- Five-a-side,
- Regionsklassepunktspiel und
- EM-Vorrundenbegegnung „Deutschland : Serbien“.
Wie das Nationalmannschaftsspiel ausging, mussten wir leider alle live erleben, kann aber hier nochmals nachgelesen werden.
Niemand – weder aus unserer Mannschaft, geschweige denn die Spieler von Cluvenhagen/Langwedel – rechnete mit dem Verlauf und dem Ausgang des Spiels.

1.Halbzeit
Zu Beginn ging es auch noch entspannt los.
Nach 10 Minuten stand es 4:4, was nicht auf eine torreiche Begegnung schließen ließ.
Nach 12 Minuten aber immer noch, weshalb die Gegner ihr erstes Timeout nahmen. Schließlich hatten sie uns im Hinspiel 44:33 aus der Halle gefegt und nun scheiterten sie reihenweise an unserer Abwehr.
Meist kamen sie nicht, wie sie es aus dem Hinspiel kannten, zum Wurf, aber auch wenn mal der eine oder durch war – insbesondere von Außen – gab es da ja noch einen Keeper im Werdertor.
Unser Coach merkte an, dass die Abwehr wohl gut stehe und wir uns nun im Angriff klarere Chancen erarbeiten sollten. Zudem konnten wir beobachten, dass der gegnerische Keeper zwar unten bockstark, aber oben sehr lückenhaft hielt.
Klare Konsequenz: Neue Frisur für den Keeper.
Aber so richtig nach vorne absetzen konnten wir uns bis zur 20.Minute nicht.
Bis dahin kam die Hälfte der Tore von unserem Rechts-Außen, Lenz Albrecht.
Nach der 20.Minute wechselten wir den Keeper. Raus ging ich und rein kam Joscha Eilers.
Er vernagelte das Tor noch mehr, als ich es tat, und gleichzeitig gelang auch unserem Halb-Rechten, Helge Hommers, 2 Tore und so stand es zur Halbzeit: 12:9 für den SV Werder Bremen.
2.Halbzeit
Mit diesem guten Gefühl gingen wir in die Kabine.
Selbst unser in der Ansprache oftmals an Alfred Gislaison in seinen besten Zeiten erinnernde Coach, Tamim Rahabi, hatte – wenn auch am Ende der Kabinenansprache – positive Sätze für uns.
Was auch immer die Gegner sich für die 2.Halbzeit überlegt hatten. Es gelang nicht und wir setzten uns bis zur 40.Minute mit 5 Toren Vorsprung auf 17:12 ab.
Die gut gefüllte Tribüne aus Freunden und Familien der Spieler klatschte begeistert Applaus und ließ uns hochjubeln.
Die Gegner ließen dies jedoch nicht auf sich sitzen und gaben nochmals richtig Gas, wobei ihr bereits aus dem Hinspiel wohlbekannter Spielmacher Raoul Johannes Dygas mit der Rückennummer 9 zum Einsatz kam.
Dieser kleine, aber super flinke Mittelmann, wirbelte unsere Abwehr etwas mehr auf und leider machten wir vorne unsere Chancen nicht rein. Selbst einen 7m ließen wir liegen.
Und so musste unser Coach beim Stande von 19:18 in der 51.Minute Auszeit nehmen.
Wir nutzten die Gelegenheit zum erneuten Torwartwechsel.
Und wer sich zu dem Zeitpunkt gefragt hat, was mich geritten hat, unseren bärenstarken Joscha von seinem Platz zu verdrängen, dem möchte ich entgegenhalten, was sich in der 56.Minute ergab.
Der verhinderte Einwurf
Der gegnerische Spielmacher passt hoch zum Halb-Rechten.
Ich nehme die Situation so wahr, dass dieser als letzter am Ball war und sehe den Ball ins Aus gehen. Sofort spurte ich zur Seitenauslinie, um den Einwurf möglichst weit nach vorne zu einem unserer freien Spieler werfen zu können, als es zu großen Beschwerden der Gegner kommt, dass eigentlich sie Einwurf haben müssten, weil ja ein Werderaner als letzter Mann am Ball war.
Da beide Gegner direkt vor mir standen und ich nun gezwungen war, den Ball abzugeben, tat ich aus meiner Sicht das einzig Richtige und legte den Ball auf den Boden und gab ihm am Ende einen Schubser Richtung Torauslinie.
Diese gewonnenen Sekunden reichten mir aus, um wieder ins Tor zurückzulaufen.
Natürlich musste ich aufgrund dieser Unsportlichkeit mit einer sofortigen 2-Minuten-Strafe rechnen, die aber – auch zu meinem Erstaunen – nicht kam. Offenbar hatte der Schiedsrichter die Situation nicht wahrgenommen.
Daraufhin war der Spielmacher von Cluvenhagen-Langwedel erzürnt zum Schiedsrichter gerannt und hatte für mich eine entsprechende Bestrafung gefordert.
Zu diesem Zeitpunkt stand es gerade mal 22:20 für uns und natürlich wäre eine 2-Minuten-Strafe eine deutliche Schwächung gewesen.
Ich hätte raus gehen, Joscha wieder reinlassen müssen und ein Feldspieler hätte dafür das Feld räumen müssen, so dass wir wenigstens 2 Minuten in Unterzahl gegenhalten hätten müssen.
Da aber der Schiedsrichter nichts gesehen hatte und der Spielmacher sich nicht beruhigen ließ, kassierte er wegen Meckerns eine 2-Minuten-Strafe.
Und darüber war er verständlicherweise noch mehr erzürnt und konnte sich weiterhin nicht zurückhalten, so dass er eine weitere 2-Minuten-Strafe erhielt.
Damit waren die Vorzeichen also umgekehrt: Nicht wir, sondern der Gegner musste bis zum Ende des Spiels in Unterzahl spielen und so konnten wir den Abstand noch auf 24:20 erhöhen statt eventuell ein Unentschieden oder eine Niederlage hinnehmen zu müssen.

Ball nach Pfiff richtig ablegen
Regel in Kurzform
Nach jedem Pfiff des Schiedsrichters, der das Spiel unterbricht – egal ob
- Freiwurf,
- Einwurf,
- Anwurf,
- 7-Meter
oder - Hinausstellung (2 Minuten) –
muss der ballführende Spieler den Ball sofort freigeben, also einfach fallen lassen oder am Boden ablegen.
Was ist NICHT erlaubt?
- den Ball wegrollen,
- wegwerfen oder
- wegkicken,
um den Gegner am schnellen Ausführen zu hindern.
Das wird als unsportliches Verhalten gewertet.
Mögliche Folgen:
- progressive Bestrafung (Ermahnung → Verwarnung → 2 Minuten)
- direkt eine 2-Minuten-Strafe, wenn das Verhalten klar verhindert, dass der Gegner schnell ausführt
- in krassen Fällen sogar weitere 2 Minuten oder Disqualifikation
Typische Situationen:
- nach Freiwurf-Entscheidung wird der Ball demonstrativ in die andere Richtung gerollt
- nach Einwurfpfiff nimmt der Spieler den Ball mit und geht weg
- nach einer Hinausstellung wird der Ball noch ein Stück weggespielt, statt ihn liegen zu lassen
Merksatz:
Pfiff heißt: Stopp. Ball sofort liegen lassen – alles andere kann teuer werden.

Meckern („unsportliches Verhalten gegenüber dem Schiedsrichter“)
Grundidee
„Meckern“ gegenüber dem Schiedsrichter fällt unter unsportliches Verhalten. Je nach Intensität und Wiederholung können hier 2 Minuten, 2+2 Minuten oder sogar Disqualifikation verhängt werden.
Wann gibt es 2+2 Minuten?
Eine 2+2-Minuten-Strafe wird in der Regel ausgesprochen, wenn:
- nach einer ersten 2-Minuten-Strafe wegen Meckerns
unmittelbar weitergemeckert wird (z. B. Aggression, Beleidigung, Gesten) - das Verhalten eine gesteigerte Form von Unsportlichkeit darstellt, aber der Schiri noch unterhalb der direkten Disqualifikation bleiben will
- der Spieler den Schiedsrichter lautstark und deutlich erkennbar angeht (anschreien, abfällige Gesten, wiederholtes Reklamieren)
Beispiele für 2+2:
- Spieler bekommt 2 Minuten fürs Reklamieren, dreht sich weg, brüllt weiter und klatscht sarkastisch oder zeigt den Vogel → 2+2
- Direkte, aber nicht ganz eindeutige Beleidigung oder sehr respektlose Formulierung ohne klare Schimpfwörter → 2+2 als „letzte Warnung“ vor Rot
Abgrenzung:
- Nur kurze Emotion / einmaliges Reklamieren: häufig zuerst progressive Bestrafung (Ermahnung, dann 2 Minuten)
- Massives Meckern / Beleidigung / Bedrohung: oft direkt Disqualifikation (Rot), ggf. mit Bericht
Merksatz:
Einmal meckern kostet meist 2 Minuten – wer dann noch nachlegt, riskiert 2+2 oder gleich Rot.

